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Batteriespeicher im Test

Der Ökoenergieversorger Polarstern hat Batteriespeicher in Mieterstromprojekten getestet und zieht eine positive Erfolgsbilanz. Die Häuser decken damit einen großen Teil ihres Strombedarfs.

Lars Wiederhold
04. October 2019

Während bei Eigenheimen inzwischen Batteriespeicher zusammen mit jeder zweiten Photovoltaikanlage (PV-Anlage) installiert werden, steckt das Thema bei vermieteten Immobilien noch in den Kinderschuhen. Das lag an rechtlichen Hürden und mangelnden Renditen, erklärt Polarstern-Geschäftsführer Florian Henle: „Das Delta zwischen selbst erzeugtem und genutztem Strom und Strom aus dem öffentlichen Netz war lange zu klein, sprich die Zusatzrendite verglichen zu einer reinen PV-Anlage zu gering.“

Doch gestiegene Netzentgelte und Strombörsenpreise hätten das inzwischen geändert. Nun liege der Preisvorteil von Mieterstromprojekten bei stolzen 15%. Bei einem Münchner Haushalt mit einem Jahresstromverbrauch von rund 2.200 kWH mache das jährlich etwa 120 Euro brutto aus.

Sinkende Preise für PV-Anlagen und Stromspeicher sorgten zusammen mit den neuen Nutzungsmöglichkeiten von Sonnenstrom für Heizungswärmepumpen und E-Mobilität zudem dafür, dass sich die Technik immer schneller rechnet. „Ziel des Einsatzes von Gewerbespeichern im Mieterstom ist die Stärkung der lokalen Stromversorgung und nicht die Einspeisung ins öffentliche Netz“, betont Henle. Gesunkene Fördersätze für die Einspeisung des Stroms ins Stromnetz hätten den Eigenverbrauch durch Mieter zusätzlich attraktiv gemacht.

Einem Praxistest unterzogen hat Polarstern die Kombination aus Photovoltaik und Batteriespeichern in einer Münchner Passivhauswohnanlage und in einem KfW-40-plus-Mehrfamilienhaus im nordrhein-westfälischen Pulheim. In München kommen für 55 Mietwohnungen des Bauträgers Nest Ecoarchitektur eine PV-Anlage mit einer Leistung von 79 kWp sowie ein Speicher mit 79 kW zum Einsatz. Diese ermöglichen je nach Sonneneinstrahlung, dass die Stromversorgung der Wohnungen bis zu 100% mit Solarstrom gedeckt wird. „Ganzjährig gehen wir von einem Autarkiegrad in Höhe von 70% aus“, berichtet Henle. Damit lägen die Stromkosten für die Mieter 16% unter denen des Grundversorgertarifs. Um gleiche Strompreise für alle Mieter zu gewährleisten, hat Polarstern ein Konzept entwickelt, das die Solarstromversorgung der sechs Gebäude an einem zentralen Anschluss zusammenführt. Der Batteriespeicher ist netzgeführt, benötigt also noch einen Anschluss an das Stromnetz. Polarstern weist aber darauf hin, dass es auch Modelle mit Notstromfunktion gibt, die unabhängig vom Netz funktionieren.

In Pulheim werden bei den 21 Wohnungen des Mehrfamilienhauses mit einer über eine Leistung von 38 kWp verfügenden PV-Anlage und einem 35-kW-Speicher Strompreise erreicht, die 13% unter denen der Grundversorgung liegen. Der Autarkiegrad beträgt in der Immobilie in den Sommermonaten 96%. Polarstern arbeitet dort mit enerix Pulheim, einem Serviceanbieter für dezentrale Energiesysteme, zusammen. „Mit der Anlagentechnik haben wir die Kriterien der vom Bauherrn angestrebten Förderung KfW 40 plus erfüllt und die Ertragsprognosen bisher sogar übertroffen“, sagt enerix-Geschäftsinhaber Martin Schmitt.

Bei Speichersystemen kommt es Polarstern zufolge auf Flexibilität an. Dies gelte bei Mieterstromprojekten stärker als in Eigenheimen. Entsprechende Anbieter entwickeln dazu Anlagen, die speziell auf den Kunden zugeschnitten sind. Sie kombinieren verschiedene schlüsselfertige Standardkomponenten aus ihren Baukästen zu einem individuellen System.

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