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Bauwirtschaft spürt Fachkräftemangel

Die Bauwirtschaft spürt den Fachkräftemangel bereits deutlich. Doch auch Unternehmen anderer Branchen sehen darin ein großes Risiko für ihre weitere Entwicklung. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle DIHK-Arbeitsmarktumfrage. In vielen Bereichen bestätigt sie die Umfragetrends der Joboffensive.

Sonja Smalian
02. February 2012
54% der Unternehmen aus der Bauwirtschaft wollen dem Fachkräfteengpass mit mehr Ausbildung entgegenwirken.
Bild: BilderBox.com

Jeder dritte Betrieb sieht im Fachkräftemangel eines der größten Risiken für die eigene wirtschaftliche Entwicklung. Das sind rund doppelt so viele wie noch 2007. Damit ist der Fachkräftemangel der am stärksten wachsende Risikofaktor, noch vor den Energie- und Rohstoffpreisen. Verstärkend kommt hinzu, dass jedes fünfte Unternehmen seinen Personalbestand ausbauen möchte. Besonders betroffen vom Fachkräftemangel ist die Bauwirtschaft. In diesem Bereich sehen 44% der Unternehmen ihre wirtschaftliche Entwicklung dadurch gefährdet. Zu diesen Ergebnissen kommt die aktuelle DIHK-Arbeitsmarktumfrage 2011, die auf mehr als 20.000 Unternehmensantworten basiert.

Branchenübergreifend haben 37% der Unternehmen Schwierigkeiten, ihre offenen Stellen zu besetzen. In der Bauwirtschaft leiden 41% der Unternehmen unter diesem Problem und damit deutlich mehr als noch vor vier Jahren (27%). Auch die Unternehmen der Immobilienwirtschaft sind mit der Bewerbersituation nicht zufrieden, wie die Umfrage zur Joboffensive von 2011 offenbart: 46% der insgesamt 76 teilnehmenden Unternehmen erhalten zu wenige Bewerbungen auf ausgeschriebene Stellen. Die Hälfte der Unternehmen ist von der Qualität der eingehenden Bewerbungen nicht überzeugt. Der Fachkräftemangel macht sich nach der DIHK-Auswertung auch noch in einem anderen Bereich bemerkbar: Vakanzen werden deutlich langsamer besetzt. Dauerte es 2005 im Schnitt 47 Tage, bis eine Stelle neu vergeben wurde, so betrug diese Zeitspanne 2011 bereits 61 Tage.

Gegenmaßnahme: Ausbildung

Auf den Fachkräfteengpass reagieren die Bauunternehmen durch verstärkte Ausbildung. Jedes zweite Unternehmen will mehr Nachwuchsförderung betreiben. Auch die Mitarbeiter sollen durch Weiterbildung an das Unternehmen dauerhaft gebunden werden (44%). Im Vergleich mit den Immobilienunternehmen ist das Engagement der Bauwirtschaft jedoch noch gering. Denn 83% der Joboffensive-Teilnehmer setzen auf Weiterbildung zur Mitarbeiterbindung. Ein Viertel der Bauunternehmen will auch die Arbeitgeber-Attraktivität steigern. Das wollen sie nicht zuletzt durch eine bessere Bezahlung.

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