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Chancen für Bewerber in verschiedenen Segmenten

IZ
02. March 2009

Das Thema „Wertfaktor Mensch – Das Potenzial der Immobilienwirtschaft“ wurde auf dem zweiten Stuttgarter Immobilientalk (SIT) Mitte Februar diskutiert. Im Mittelpunkt des Interesses stand jedoch die Frage, welche Auswirkungen die Krise für die Beschäftigten in der Immobilienwirtschaft hat.

Momentan zeichne sich im Personalmarkt eine große Verunsicherung ab, sagte Thomas Körzel, Geschäftsführer von Bernd Heuer & Partner Human Resources. Geeignete Kandidaten ließen sich deutlich schwerer zu einem Wechsel bewegen, Körzel sprach hier von einer „Schockstarre“, die bereits zu einem Personalengpass führe.

Macht und Einfluss verlieren als Karriereziele leicht an Bedeutung

In dieser angespannten Situation würden nun auch alte Werte auf den Prüfstand gestellt. Galten bislang Führungsverantwortung, Einkommen und hierarchischer Einfluss als die drei wichtigsten von insgesamt sieben Karrieremerkmalen, so beobachtet Körzel jetzt eine Verschiebung zu einer stärkeren Wertschätzung der Work-Life-Balance. „Die Aspekte Geld und Macht haben sich etwas weiter nach hinten verschoben“, so Körzel. Als bedeutender werde jetzt von Kandidaten die Erfüllung bei der Arbeit, die Möglichkeiten zur fachlichen Weiterentwicklung und die hierarchische bzw. projektorientierte Entwicklung genannt.

Diese Einschätzung bestätigte auch Thomas Beyerle, Head of Global Research bei der Degi Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds. Nach einer Studie von Watson Wyatt Heissmann und Fiebes, die die Top-10-Benefits aus Mitarbeitersicht analysierte, wünschen sich Mitarbeiter von ihrem Arbeitgeber am stärksten allgemeine und jobbezogene Fort- und Weiterbildungsangebote sowie flexible Arbeitszeiten. Zahlen, die er aus seinem Haus bestätigen kann. Doch im Hinblick auf eine ausgeglichenere Work-Life-Balance prognostizierte Beyerle Düsteres: „Vielen wird die Trennung von Familie und Beruf nicht mehr gelingen.“

Chancen für Bewerber gibt es noch in verschiedenen Segmenten

Insgesamt schätzt Körzel die gegenwärtige Situation für Berufserfahrene noch nicht so dramatisch ein. Von Mitte 2008 bis Anfang 2009 schätzt er den Rückgang der Stellenangebote auf etwa 30% – allerdings von einem Stellenboom kommend. Insgesamt würde er der Immobilienwirtschaft noch die Note befriedigend oder vier plus geben. Er sieht auch noch zahlreiche Chancen für Bewerber in einzelnen Segmenten, z.B. im Asset- und Portfoliomanagement sowie in Bereich Vertrieb/Vermietung/Verkauf. „Der Personalmarkt wird sich auch 2009 bewegen.“ Doch gerade beim Thema Personal stehe die Immobilienwirtschaft „noch ganz am Anfang“. Deswegen rechnet er mit einem langfristigen Boom in der Personalrekrutierung und -entwicklung.

Dass das Thema Personal in den letzten Monaten immer stärker an Brisanz gewonnen hatte, mussten auch die Veranstalter feststellen. Es sei schwierig gewesen, zu diesem Thema Referenten zu gewinnen, räumte Christiane Stoye-Benk, Notariatsassessorin bei Menold Bezler Rechtsanwälte in ihrer Begrüßungsrede ein. 2008 hatten Prof. Dr. Hanspeter Gondring, wissenschaftlicher Leiter der Akademie der Immobilienwirtschaft, und sie das SIT ins Leben gerufen, das sich an ein regionales Publikum richtet und ein bis zwei Mal jährlich Themen aus juristischer und betriebswirtschaftlicher Sicht beleuchtet.

Dass die Krise auch positive Veränderungen bringen kann, darauf setzt Michael Brand, Mitglied der erweiterten Geschäftsführung von Realkontor Innovative Fondskonzepte. Waren in der Boomphase Praktikanten und Hochschulabsolventen sehr stark auf die Projektentwicklung fixiert, so hofft er, dass „auch kleinere Unternehmen nun wieder die Chance haben, in den Fokus von Absolventen zu gelangen“. (sma)

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Aufgewachsen ist Florian Bauer im oberbergischen Waldbröl und Reichshof. Seinen Karrierestart hatte der inzwischen 36-Jährige bei der Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt. Mittlerweile lebt der zweifache Familienvater in Köln und auf Mallorca. Von dort aus leitet der ausgebildete Bankkaufmann, Versicherungsfachmann und Immobilienökonom mit der Bauer Immobilien Unternehmensgruppe seine eigene Firma. Außerhalb des Büroalltags und fernab vom Schreibtisch trifft man ihn nicht selten auf der Rennbahn. Er ist sich sicher, wenn er den Weg in die Immobilienbranche nicht gefunden hätte, wäre er Motorsportler geworden.