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FM-Pioniere starten eigenes CSR-Projekt

Acht Master-Studenten der htw Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin betraten in diesem Semester Neuland: Als Hochschulprojekt unterstützten sie einen Kinderbauernhof und wendeten ihr Projektmanagement-Wissen im Non-Profit-Bereich an. Doch es blieb nicht nur bei einem Projekt mit zwei Semesterwochenstunden. Die Studenten gründeten die FM-Pioniere, die auch im nächsten Semester wieder aktiv werden. Zudem sollen sie Teil der Corporate-Social-Responsibility-Strategie der htw Berlin werden.

Sonja Smalian
28. June 2012
Das Team der FM-Pioniere auf dem Kinderbauernhof Pinke-Panke (v.l.n.r.): Monique Bahr, Isabel Mietzke, Niklas Pempel, Tina Eckelmann, Christiane Eckstein, Corinna Knoll und Xuran Li.
Bild: Regina Zeitner

Projektarbeit ist inzwischen ein festes Element im Lehrplan. Auch die Facility-Management-Studenten an der htw Berlin hatten bereits Projektentwicklungen auf realen Liegenschaften und Ähnliches bearbeitet. Doch nicht selten verschwinden die studentischen Ideen und Konzepte nach Semesterende in der Schublade. Aus diesem Grund sollten die Studenten im zweiten Semester Facility-Management dieses Mal etwas anderes machen. Begleitend zur Vorlesung Pilotprojekte sollten die acht Master-Studenten ein eigenes Projekt tatsächlich durchführen. Doch anders als in den Semestern zuvor, als ihnen das Projekt vorgegeben wurde, waren sie nun selbst aufgefordert ihren Einsatzort zu bestimmen. Innerhalb einer fünftägigen Projektwoche Ende März mussten sie ein Konzept entwickeln. Nach anderthalb Tagen hatte sich die Gruppe festgelegt: Der Kinderbauernhof Pinke-Panke in Berlin war „ihr Projekt“.

Ziel der Übung war es, dass die Studenten alles, was sie bislang gelernt hatten, umsetzen sollten, erläutert Regina Zeitner, Professorin an der htw Berlin die Aufgabenstellung, die auch für sie neu und ungewohnt war. In der Vorlesung wurden die Inhalte thematisiert, die bislang im Lehrplan noch zu kurz gekommen waren. Das war das Gebiet Kommunikation und die daraus resultierende Wirkungskette aus Transparenz, Vertrauen, Reputation und Erfolg.

Projektmanagement im Live-Test

Und Kommunikation war denn auch eine der Schlüssel-Aufgaben bei der Umsetzung des Projekts, wie sich die Projektleiterin Isabel Mietzke erinnert. Denn sie hatten nun einen, wenn auch selbst gewählten, realen Auftraggeber. Und der Non-Profit-Bereich tickt anders als die Immobilienwirtschaft. Sie lernten die „Soft Skills“ des Projektmanagements kennen. Und sie machten auch Kommunikation in eigener Sache. Ihre Bezeichnung, Studenten im zweiten Semester im Master-Studiengang Facility-Management an der htw Berlin, war ihnen bei der Ansprache von Unternehmen und Dienstleistern zu lang und zu sperrig. Ein neuer Name musste her: Die „FM-Pioniere“ waren geboren. Damit sei aber keine Anspielung auf die Jugendorganisation der DDR geplant, sondern der Kontext „Neuland betreten“ sollte assoziiert werden, erläutert Student Niklas Pempel die Namensgebung.

Die Studenten hatten ein großes Aufgabenpaket geschnürt. Von der Öffentlichkeitsarbeit über Renovierungsarbeiten, Fundraising bis zur Analyse der Bewirtschaftungskosten reichte ihre To-do-Liste. Doch nicht alles konnte umgesetzt werden. Die Analyse der Bewirtschaftungskosten war aufgrund der Datenlage nicht machbar. Beim Fundraising kontaktierten sie 30 Unternehmen, jedoch ohne Erfolg.

Als das Fundraising nicht so anlief wie geplant, da hoben sie kurzerhand ihre eigenen Ressourcen: die Muskelkraft ihrer Kommilitonen. Die Idee der „Zeit-Gutscheine“ war geboren. Pempel stellte die FM-Pioniere in sieben Vorlesungen der Hochschule vor – und akquirierte 17 Helfer. 25 Freiwillige waren sie schließlich insgesamt, die zusammen 172 Arbeitsstunden auf dem Kinderbauernhof ableisteten. Sie ölten die Fachwerk-Balken und besserten ein Grün-Dach aus. Die teilnehmenden Studenten, die als Helfer an dem Projekt mitgearbeitet haben, erhielten eine offizielle Bescheinigung über ihr Engagement von der Hochschule und damit einen weiteren Baustein für ihre Bewerbungsmappe.

Verantwortung übernehmen

Doch das Hauptlernziel war: Verantwortung übernehmen und selbstständig handeln. In den wöchentlichen Treffen informierten die FM-Pioniere Zeitner über die Fortschritte, sie bot ihr Kontaktnetzwerk an, aber hielt sich ansonsten im Hintergrund. „Sie waren nicht alleine gelassen, aber sie durften es alleine machen“, sagt Zeitner. Und das setzte ungeheure Kräfte bei allen Beteiligten frei. Sie sahen „ihr“ Projekt wachsen, und das löste tiefe Befriedigung jenseits von ECTS-Kreditpunkten aus. „Das haben wir aufgebaut und geleistet. Das ist ein schönes Gefühl“, sagt Pempel. Das sei die beste Vorbereitung auf die Arbeitswelt, die der Studiengang bieten könne, lautet Mietzkes Fazit.

Die FM-Pioniere haben Neuland betreten und dabei einiges in Bewegung gebracht: Derzeit sind die Studenten und Zeitner mit der Hochschule im Gespräch, wie die FM-Pioniere auch auf der htw-Homepage dargestellt und in die Corporate-Social-Responsibility-Strategie der Hochschule integriert werden können. Und auch die nächste Generation der FM-Pioniere ist schon rekrutiert, die Studenten im ersten Semester. Sie werden eine Grundschule in Berlin-Moabit unterstützen.

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