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"Ich bin Gründerin, weil ich Menschen mag"

Brigitte Adam ist Mitgründerin und geschäftsführende Gesellschafterin des Sachverständigenbüros ENA Experts mit Sitz in Mainz. Auch davor arbeitete sie bereits selbstständig.

Janina Stadel
29. February 2024
Brigitte Adam.
Quelle: ENA Experts GmbH & Co KG

In mir fließt Unternehmerblut. Das ist nicht Voraussetzung, aber es schadet auch nicht“, sagt Brigitte Adam. Schon ihre Großmutter war selbstständig und führte ein Hotel, das später ihre Mutter übernahm. Beide lebten ihr das Unternehmerinnendasein vor.

Ihren Weg in die Immobilienwirtschaft fand Adam dann alleine. In den 1990er Jahren arbeitete sie selbstständig als Beraterin. „Damals herrschte ein Pioniergeist“, sagt sie. Nach einigen Jahren in der Branche spezialisierte sie sich zur Bewertungsgutachterin und gründete 2005 mit zwei Kollegen zusammen das Büro Ehrenberg, Niemeyer, Adam. Seit 2012 firmiert das Unternehmen mit Sitz in Mainz unter dem Namen ENA Experts. Der Partnerkreis ist inzwischen auf fünf gewachsen.

Doch bis heute ist Adam die einzige Frau in der Chefetage und auch bei Konferenzen und Fachveranstaltungen trifft sie regelmäßig auf deutlich mehr Kollegen als auf Kolleginnen. „Mit inzwischen 59 Jahren habe ich schon einige Frauen aus dem Unternehmen angesprochen, ob sie sich vorstellen könnten, irgendwann meine Nachfolge anzutreten. Bisher habe ich leider nur Absagen bekommen, aber ich hoffe, dass es auch in Zukunft dabei bleiben wird, dass es eine Frau unter den fünf Chefs gibt“, sagt sie.

Ihre vier Führungskollegen sieht sie als wichtige Sparringspartner. Entscheidungen treffen sie immer gemeinsam, was Adam in ihrer Rolle sehr wichtig ist. Sie sieht sich als Arbeitgeberin in einem Unternehmen mit mittlerweile 40 Angestellten in einer verantwortungsvollen Rolle, „gegenüber den Mitarbeitern, sowohl menschlich als auch wirtschaftlich“, sagt sie. Dazu gehöre es, dass Chefs eine klare Linie fahren und sich niemals gegeneinander ausspielen lassen.

Die Führungsrolle habe sie im Laufe der Jahre lernen müssen, um allen ihren Mitarbeitern gerecht zu werden, „und die reichen immerhin vom Werkstudenten bis zum 70-Jährigen, der einfach noch nicht aufhören will“, beschreibt sie. Als Grundvoraussetzung für Führung sieht sie es an, „Menschen zu mögen statt ein Eigenbrötler zu sein“. Hoheitswissen müsse eine Unternehmerin ablegen und sich auf die Expertise der Mitarbeiter verlassen – und ihnen vertrauen. Umgekehrt schätze sie, dass sie als Partnerin im Unternehmen für wirtschaftliche Entwicklungen selbst verantwortlich ist. „Ich bin nicht abhängig von den Entscheidungen anderer. Genau das bedeutet für mich Unternehmertum.“

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