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DIE RICHTIGEN BEWERBER FINDEN UND FÖRDERN

Aus 1.250 Bewerbern hat JLL 150 herausgefiltert, die in diesem Jahr neu einsteigen werden. Ausbildung, Noten und Persönlichkeit – darauf wird in erster Linie geachtet. Und natürlich sollte man des Englischen mächtig sein. Wer drin ist im Unternehmen, wird gefördert.

Christine Rose
07. July 2011
Jens Böhnlein.
Bild: JLL/law

„Wir legen viel Wert auf eine gute immobilienwirtschaftliche Ausbildung“, sagt Peter Wallner, COO bei JLL Deutschland. Will heißen: Quereinsteiger haben’s schwer. Noch dünner wird die Luft für Bewerber um Stellen in den Bereichen Investment und Corporate Finance: „Dafür suchen wir die Besten: Einserkandidaten.“ Ansonsten kann mit Praktika, Auslandsaufenthalten und Fremdsprachenkenntnissen gepunktet werden. Englisch aber ist Standard. „Das wird von vielen Bewerbern noch unterschätzt“, sagt Wallner, der in Vorstellungsgesprächen gern die Sprache switcht.

Es gibt ein paar Fähigkeiten, die JLL von jedem erwartet – gleich, auf welche Stelle er sich bewirbt: Kommunikationsfähigkeit, Kundenorientierung, interkulturelles Denken und eine hohe Flexibilität. Und dann gilt Wallner zufolge: „Ein Makler muss sich exponieren können, mutig sein, gierig auf Erfolg. Als Bewerter sollte man nicht mutig sein, sondern akribisch. Im Landlord Representation, der Eigentümervertretung, ist analytisches Denken gefordert. Und jemand im Advisory-Services-Team fühlt sich idealerweise in Gummistiefeln genauso wohl wie mit Excel-Tabellen.“

Damit neue Mitarbeiter schnell ins Tagesgeschäft kommen, werden sie von einem Mitarbeiter ihrer Abteilung betreut. Darüber hinaus gibt es für jeden einen Aus- und Fortbildungskalender und eine mittelfristige Karriereplanung. Gern gesehen wird, wenn Mitarbeiter zur Jobrotation bereit sind; ein Muss ist das aber nicht. Wallner will da das Naturell berücksichtigen: „Wir brauchen ja im Grunde zwei Arten von Mitarbeitern: Die einen, die in ihrer Disziplin jetzt sehr gut sind und morgen die Besten. Und die anderen, die in zehn Jahren das ganze Unternehmen kennen und verstehen.“ (cr)

ADVISORY SERVICES

Reden und Rückgrat

Was es für seinen Job braucht? „Man muss sehr gut koordinieren können und Rückgrat haben, um Gegenwind auszuhalten“, sagt Jens Böhnlein. Der Senior Project Manager ist innerhalb des Geschäftsbereichs Real Estate Advisory Services für Project & Development Services zuständig. Aha. Nun ja, sagt er, er arbeite mit vielen Unternehmen mit Sitz im Ausland – Englisch sei deshalb in jeder Hinsicht ein Muss. Der 32-Jährige ist Architekt und Diplom-Ingenieur. Seine Arbeit beginnt in der Regel, wenn die seiner Maklerkollegen beendet ist, sprich Mietverträge unterschrieben sind. Dann verantwortet er die Entwicklung von Gebäuden, vor allem von Bürohäusern. Er bespricht mit Kunden Wünsche, Sinnvolles und Machbares in puncto Sicherheit, Netzwerktechnik, Corporate Identity und Nachhaltigkeit, arbeitet, wenn gewünscht, auf eine LEED-Zertifizierung hin und steuert auf der anderen Seite Fachleute wie Gutachter, Architekten, Haustechniker und Ingenieure. Am Ende steht er dann für Kosten, Termine und Qualität gerade. Dafür das Rückgrat? Ja, sagt er. „Aber ich muss auch Kunden mit Zentrale im Ausland vermitteln können, dass nicht alle ihre Wünsche hier umsetzbar sind. Wegen einer Energieeinsparverordnung zum Beispiel.“ (cr)

OFFICE LEASING

Kein Nineto-five-Job

Die meiste Zeit verbringt Stephanie Seebauer mit Kunden – bei Präsentationen, in Verhandlungen, während einer Besichtigung oder am Telefon. Die 28-Jährige ist Principal Consultant in der Abteilung für Bürovermietung. Sie betreibt normales Maklergeschäft, ist aber auch zuständig für etwas, das mit Eigentümervertretung überschrieben ist: Ziel ist es, den Wert von Einzelimmobilien und Portfolios zu maximieren. Dafür berät sie Investoren mit Blick auf Märkte, Business-Pläne und mögliche Strategien, kümmert sich um Nachverhandlungen und Nachvermietungen. Weitreichender noch ist die Nutzervertretung mit Mandat: Hier steht das Leasing-Team Kunden wie der Deutschen Bank oder Microsoft ständig und mit jedweder Beratungsleistung zur Verfügung. Dafür sitzt Stephanie Seebauer auch mit Kollegen aus anderen Abteilungen an einem Tisch. Was ein Neustarter wissen sollte? „Jones Lang LaSalle ist ein international agierendes Unternehmen. Und allein schon wegen der Zeitverschiebung ist das hier kein Nine-to-five-Job: Wenn es in München 20 Uhr ist, ist es in New York Mittag und in Singapur mitten in der Nacht.“ Gibt es Umsatz-Zielvorgaben? „Ja. Es wird gefordert. Aber man wird auch gefördert, und das gibt Vertrauen.“ (cr)

RETAIL INVESTMENT

Feuer kommt im Kundengespräch

„Ich bin ein Unternehmer im Unternehmen. Meinen Tagesablauf kann ich selbst bestimmen“, sagt Matthias Feske. Was auch heißt: „Wer dasitzt und wartet, bis ihm jemand sagt, wo er anrufen muss, ist im Transaktionsgeschäft verkehrt.“ Der 37-Jährige ist gelernter Bankkaufmann und hat sein Diplom an der EBS draufgesattelt. Bei JLL ist er Associate Director im Einzelhandelsinvestment, sprich, den Investoren Makler und Berater. Zu seinen Aufgaben gehört es, Objekte und Käufer zu finden, Märkte sowie Immobilien zu analysieren, Miet- und Wertsteigerungspotenzial zu ermitteln, Vermarktungsstrategien zu entwickeln. „Schreibtischarbeit ist notwendig, aber das Feuer entfacht sich im Gespräch mit Kunden.“ Jedes zweite Telefonat führt er auf Englisch, als Reiseziel steht oft London im Kalender. Muss er manchmal die Zähne zusammenbeißen? „Ja. Wenn ich für eine Transaktion lange gearbeitet habe und eine der Parteien, aus welchen Gründen auch immer, kurz vor Beurkundung ihre Kauf- oder Verkaufsabsicht aufgibt.“ Schöne Momente? „Wenn eine Transaktion zustandekommt, der Kunde zufrieden ist und das auch ausdrückt. Kürzlich geschehen: Ein irischer Investor hat an unser Management Board geschrieben und sich für den erfolgreichen Deal bedankt.“( cr)

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Karriere

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Aufgewachsen ist Florian Bauer im oberbergischen Waldbröl und Reichshof. Seinen Karrierestart hatte der inzwischen 36-Jährige bei der Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt. Mittlerweile lebt der zweifache Familienvater in Köln und auf Mallorca. Von dort aus leitet der ausgebildete Bankkaufmann, Versicherungsfachmann und Immobilienökonom mit der Bauer Immobilien Unternehmensgruppe seine eigene Firma. Außerhalb des Büroalltags und fernab vom Schreibtisch trifft man ihn nicht selten auf der Rennbahn. Er ist sich sicher, wenn er den Weg in die Immobilienbranche nicht gefunden hätte, wäre er Motorsportler geworden.