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Wie sind Sie Mr. Mipim geworden, Herr Rean?

In diesem Jahr ist Filippo Rean zum siebten Mal auf der Mipim in Cannes und gleichzeitig ist es eine Premiere: Es ist seine erste Messe als neuer Mipim-Chef. Den Weg in die Immobilienbranche hat der Ingenieur während seiner Beratertätigkeit gefunden.

Sonja Smalian
03. March 2011
Seit Oktober 2010 der neue Direktor der Mipim: Filippo Rean.
Bild: Reed Midem

Bauphysik, Konstruktion und Materialkunde sind keine Fremdwörter für den 38-Jährigen, der im Oktober 2010 zum neuen Direktor der Mipim und der Mipim Asia ernannt wurde. Fünf Jahre studierte er Ingenieurswissenschaften in Turin. Sein Auslandssemester absolvierte er aus sprachlichen Gründen nicht in Deutschland, dem Land der Ingenieurskunst, sondern in Belgien. Neben Italienisch und Französisch spricht Rean fließend Englisch.

Nach dem Studium und dem einjährigen Militärdienst heuerte er bei Procter & Gamble in Rom an. Dort arbeitete er als Business-Analyst sowie im Marketing, bevor er 1999 zu der Strategieberatung Bain & Company wechselte.

Bei der Bewertung von Unternehmen machten die Immobilien nicht selten den größten Teil des Firmenwerts aus. Reans Interesse war geweckt. Er arbeitete sich in das Thema ein und wurde fortan ins Team geholt, wenn es um Immobilienthemen ging. Seine Kenntnisse baute er während eines zweijährigen MBA-Studiums an der Harvard Business School aus.

Neben der wirtschaftlichen Seite begeistert er sich auch für Architektur. Die Immobilie, die sein Herz höher schlagen lässt, heißt Mole Antonelliana und ist das Wahrzeichen der Stadt Turin. Gäste führt er gern zu dem rund 160 m hohen Gebäude, das er als sehr gelungenes Sanierungsbeispiel ansieht.

2005 ist Rean ganz in die Immobilienbranche gewechselt. Für GE Capital Real Estate in Paris erarbeitete er Investmentstrategien und war zuletzt Director of Product Development – Europe. Eine Zeit, von der er mit Begeisterung spricht und in der er sich einen „360-Grad-Blick“ auf die Immobilienmärkte erarbeitete. Dieses Wissen, zusammen mit seinem Marketing-Hintergrund, will er nun in die Organisation der Messe einbringen.

Die Ansprache „Mr. Mipim“ entlockt ihm ein herzhaftes Lachen, ansonsten übt sich der neue Mipim-Chef in Diplomatie: Zu der Frage, welches Gebäude auf der Welt denn abgerissen werden sollte, mag er sich nicht äußern. Auch wann Italien denn nun Ehrengast der Mipim wird, kontert er mit „a nice question“. Seinen Lieblingsort in Paris verrät der zweifache Vater, der mit einer Italienerin verheiratet ist, dann aber doch. Bei aller Begeisterung für die Immobilie ist dies kein Gebäude, sondern ein Garten am Palais Royal.

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